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Erwerbsminderungsrente

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, haben Sie als Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente). Ein Anspruch auf die volle EM-Rente besteht, wenn Sie täglich nur noch weniger als drei Stunden arbeiten können. Als Maßstab dient dabei allerdings nicht Ihr tatsächlich ausgeübter Beruf, sondern jegliche Tätigkeit. Im Zweifel also auch ein deutlich weniger qualifizierter und schlechter bezahlter Job. Sind Sie täglich noch zwischen drei und unter sechs Stunden lang einsatzfähig, gibt es die halbe EM-Rente. Einzige Ausnahme: Sie finden als Erwerbsgeminderter trotz intensiver Bemühungen keine Arbeit. Dann wird die volle EM-Rente gezahlt. Die Rente ist jedoch meist zeitlich befristet. Ob die Anspruchsgrundlagen noch vorliegen, wird regelmäßig geprüft.

Auch bei dieser Rentenvariante wird die Altersgrenze zudem künftig in Schritten von derzeit 63 auf 65 Jahre angehoben. Wenn Sie die EM-Rente früher beanspruchen, müssen Sie ebenfalls 0,3 Prozentpunkte Abschlag pro Monat in Kauf nehmen, maximal 10,8 Prozent. Ausnahme: Können Sie 35 Pflichtbeitragsjahre oder Berücksichtigungszeiten aufweisen, kann die abschlagsfreie EM-Rente weiterhin ab dem 63. Lebensjahr beantragt werden. Ab 2024 gilt dies nur noch, wenn Sie 40 Jahre mit diesen Zeiten nachweisen können.

Tritt die Erwerbsminderung schon in jüngeren Jahren ein, wird die EM-Rente so berechnet, als hätten Sie auf der Grundlage Ihres bisherigen Einkommens bis zum 60. Lebensjahr weiter gearbeitet. Dennoch fällt die Rente oft recht mager aus. Verbraucherschützer raten daher nicht ohne Grund, gleich ab Berufsbeginn zusätzlich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

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